Wie du die innere Kraft deiner Atmung entfesselst

(Lesezeit ca. 7 Minuten / Videozeit 6 Minuten)

Der 1. Schritt, um (natürlich) HIGH zu werden.

In diesem Blogpost erfährst du eine einfache Atemtchnik. Diese Atemtchnik bildet die Grundlage für weitere und fortgeschrittenere Atemtechniken. Sie ist der erste Schritt zu mehr Energie, weniger Streß und eine Möglichkeit, um auf natürliche Weise High zu werden. 😉

Wie lange kommst du ohne Atmung aus?

Wenn du von heute an die Nahrungsaufnahme einstellen würdest, so käme dein Körper ca. 30 Tage ohne Nahrung aus. Ohne Wasser hättest du ca. 3 Tage, bevor ein Organ versagen würde. Und ohne Sauerstoff? Wie lange würdest du ohne Sauerstoff auskommen? Nun, mit ein wenig Übung ca. 3-4 Minuten – ohne Training, weniger als eine Minute.

Normalerweise atmet ein erwachsener Mensch etwa 10-15 Mal pro Minute, ein Kind 20-30 Mal und ein Säugling 40-50 Mal ein und aus. Im Vergleich zum Menschen atmet ein Kolibri 250 Mal, eine Maus 160 Mal, ein Hase 60-70 Mal, ein Affe 20-30 Mal, ein Löwe 10 Mal, ein Elefant 5-10 Mal, ein Igel im Winterschlaf 5 Mal und eine Schildkröte 3 Mal.

Die Anzahl der Atemzüge beim Menschen kann je nach Art der Tätigkeit variieren. Im Sitzen wird durchschnittlich 12 Mal pro Minute ein- und ausgeatmet, im Gehen 18 Mal und beim Schlafen bis zu 30 Mal.

Der Rhythmus der Atmung und die Häufigkeit der Atemzüge haben einen starken Einfluss auf die Gedanken und Emotionen eines Menschen. Die alten Yogis waren vielleicht die ersten, die einen direkten Einfluss der Atmung auf das psychosoziale Befinden und die Funktionen des Körpers feststellten. Sie behaupten gar, dass sich die Atemfrequenz auf das Lebensalter eines Menschen auswirkt…

Bewusstes Atmen harmonisiert den gesamten Stoffwechsel des Körpers, beruhigt den Geist, ermöglicht einen tieferen Schlaf, entlastet das Herz- Kreislaufsystem und stärkt das gesamte Ausscheidungssystem. Der Körper schaltet auf Regeneration um. Heilungsprozesse werden angeregt und beschleunigt.

Atem ist wichtig. Und ich spreche hier über eine, down-to-your-Magen-tiefe Atmung.

Wenn diese Tiefenatmung oft genug und beharrlich ausgeführt wird, gestaltet sie sich für den Körper zur unbewussten Gewohnheit. Ruhe, klares Denken, Zielsicherheit und Selbstbewusstsein treten an die Stelle von Stress und Angespanntheit. Einem dauerhaft langsamen Atemrhythmus wird eine tiefgreifende verjüngende und lebensverlängernde Wirkung zugeschrieben.

Alle Tiere, die sehr alt werden, wie Elefanten, Schildkröten oder Krokodile, haben einen Atemrhythmus von unter acht Mal pro Minute.

Blutkreislauf und Lymphsystem

Die Grundlage für eine körperliche Gesundheit ist ein gut funktionierender Blutkreislauf. Dieser transportiert Nährstoffe und Sauerstoff in jede Zelle unseres Körpers.

Zum Abtransport von Gift- und Schlacke sowie von überschüssigen Flüssigkeiten steht dem Körper ein weiteres, viermal so großes System zur Verfügung – das Lymphsystem.

Das Lymphsystem wird nicht wie der Blutkreislauf von einer Pumpe angetrieben, sondern zum einen Teil durch die Atmung und zum anderen durch Muskelkontraktion. Unser Körper kümmert sich im Normalfall von alleine darum; Ohne dass wir darüber nachdenken müssen, wird dieses System durch eine tiefe und langsame Atmung optimal in Betrieb gehalten.

Mit einer tiefen und bewussten Atmung haben wir mit Abstand die wirksamste Methode zur Verfügung, um tiefgreifende Veränderungen des Körpers zu bewirken:
• hilft bei Entspannung
• sorgt für besseren Schlaf
• gibt mehr Energie
• hilft bei Kopfschmerzen
• hilft bei Stoffwechselbeschwerden
• hilft bei Nacken- und Schulterbeschwerden
• hilft bei Herz- Kreislaufbeschwerden
• hilft bei Autoimmunkrankheiten
• nützlich für Extremsportler

Jahrelange flache und falsche Atmung führt dagegen in einen Teufelskreis aus Vergiftung und Unterversorgung des Körpers. Das Energieniveau wird auf unterstem Level gehalten, Seele und Körper werden einem dauernden Ungleichgewicht ausgesetzt. Die Beziehungslosigkeit zum eigenen Atem zeigt sich in der Körperhaltung der Menschen. Denn Haltung und Atmung bedingen sich gegenseitig. Sie sind aufs engste miteinander verbunden. Eine aufrechte Haltung gewährleistet eine gute und tiefe Atmung – und umgekehrt. Die Körperhaltung spiegelt wiederum die seelische Haltung eines Menschen wieder. Auch diese wird durch die Atmung stark beeinflusst. Gefühlsmäßig verwirrende oder verstörende Bewusstseinszustände können durch eine bewusstere Atmung ausgeglichen werden.

Es klingt einfach aber wie viele Leute verbringen den ganzen Tag ohne ein einziges Mal richtig zu atmen. Wir sind alle so beschäftigt, dass es so aussieht, als ob niemand die Zeit hätte, am Tag für 5 Minuten still zu sitzen. Deshalb empfehle ich, langsam zu beginnen, wenn es darum geht, eine gute, tiefe Atmetechnik zu entwickeln.

Hier bekommst du die Podcast Version dieses Blogbeitrags:

Wie man tiefes Atmen übt

Setz dich hin, leg dich hin, was immer bequemer für dich ist und beginne, Luft in deine Nase zu ziehen. Wenn du einatmest ziehe die Luft herein, als ob du aus einer großen Schüssel trinkst. Atme tief in den Bauch hinein, so dass dein Bauch sich vorwölbt. (Das ist schwerer als es sich anhört. Da wir von Kindesbeinen an auf einen flachen Bauch konditioniert wurden, kostet es die meisten Menschen einiges an Überwindung ihren Bauch vorzustrecken.)

Beginne mit einem Satz von dreißig Atemzügen.
Konzentriere dich auf deine Atmung. Um deinen Geist nicht unnötig zu beschäftigen und konzentriert zu bleiben. Zähle bei jedem Atemzug immer wieder bis 4. Zum besseren Verständnis schau dir auch das passende Video dazu an – klick

Einatmen und zählen 1-2-3-4
Luft anhalten und zählen 1-2-3-4
Ausatmen und zählen 1-2-3-4
Luft anhalten und zählen 1-2-3-4

(Repeat 30x)

Wenn du die Wechselatmung ausführen möchtest, dann atme immer abwechselnd, nur durch ein Nasenloch und verschließe das andere mit deinen Fingern (s. Video). In diesem Fall machst du 15 Atemzüge pro Seite.

Die Wechselatmung ist eine Kombination aus Atmung und Meditation, denn sie führt dich zu deinem Atem und zu dir zurück. Deine Gedanken schweifen nicht ab, was eine Grundvoraussetzung für fortgeschrittene Atemtechniken ist.

Nach deinem letzten Atemzug atme abermals tief ein und halte deinen Atem für 30 –
60 Sekunden an. Atme dann entspannt aus ein und halte abermals deinen Atem an.

Mit ein wenig Übung kannst du die Anzahl der Atemzüge auf 40 oder 50 erhöhen. Alternativ machst 3-4 Sätze á 30 Atemzüge.

Tipps gegen Schummeln:

Mach dir keine Sorgen, wenn dein Verstand wandert oder sich die Übung zuerst unnatürlich anfühlt. Versuche stattdessen die Tipps und Tricks. Sie arbeiten für dich, um engagiert und motiviert zu bleiben.

Tipp 1: Denke an Deine Lieblingsfarbe.
Stell dir vor, dass die Luft, die du atmest, diese Farbe hat, während sie sich in deinem Körper verteilt.

Tipp 2: Nutze deine Wirbelsäule (im Sitzen)
Fühle wie deine Wirbelsäule mit jedem Einatmen auf und mit jedem Ausatmen ab geht. Stell dir vor, sie ist eine Pumpe, die die Luft hereinzieht. Wenn du dich für eine Sitzhaltung entscheidest, dann versuche die Luft tief in deinen unteren Rücken zu ziehen. Denke daran, tiefe Atmung ist dynamisch, nicht passiv.

Tipp 3: Aktiviere deinen inneren Beobachter
Fühlst du dich abgelenkt? Manchmal zähle ich die Atemzüge, um meine Aufmerksamkeit beim Atem zu belassen. Funktioniert hervorragend, wenn dein Verstand wirklich kämpft, um sich zu beruhigen.

Tipp 4: Nimm Stresssignale wahr
Beobachte, ob du irgendwelche Spannungen in Kiefer, Schultern oder Stirn wahrnimmst. Löse deine Zunge vom Gaumen, beweg deine Schultern weg von deinen Ohren und glätte deine Stirn.

Denke daran, tiefe Atmung ist etwas, das du überall tun kannst, jederzeit und kostenlos. Die Wirkung wird dich früher oder später umhauen.

Dein Fan

Volker

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Hinweis:
Dieser Artikel ist nicht dazu bestimmt, einen medizinischen Rat zu ersetzen. Du solltest diese Informationen nicht verwenden, um ein gesundheitliches Problem oder eine Bedingung zu diagnostizieren oder zu behandeln.

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