[Unterschätzt] Der pH-Wert als Benchmark für Gesundheit und Fitness

(Lesezeit ca. 10 Minuten)

Schmerzrezeptoren ausschalten und länger am Peak State performen.

In diesem Blogpost erfährst du, was bisher nur sehr wenige wissen, wie du deine Schmerztoleranz verbessern kannst. Nützlich zum Beispiel bei Muskelkater. Du erfährst warum der pH-Wert einer der wichtigsten Messpunkte für Gesundheit und Fitness ist. Du lernst Hintergrundinformationen darüber, wie der Körper den pH-Wert von 7.4 im Blut konstant hält. Und du bekommst leicht umsetzbare Tipps, um deinen pH-Wert schneller in den positiven Bereich zu führen und damit länger zu performen.

pH-Wert Tuning im Selbstversuch

Eigentherapie-Methoden, wie pH-Wert Messungen, habe ich 2015 zum ersten mal eingesetzt, um die Selbstheilungskräfte meines Körpers zu aktivieren und zu optimieren. Hintergrund war eine schwere Erkrankung (mehr erfahren). Seitdem habe ich mit verschiedensten Bio-Hacking Methoden experimentiert: Atemtechniken, Fasten, Keto-Ernährung, intensives Krafttraining, Yoga, Meditation und eben auch pH-Wert Messungen.

Bevor wir die Wichtigkeit und den Nutzen eines basischen Milieus im Körper gemeinsam erkunden, möchte ich dir zu Beginn eine Definition der Begriffe Gesundheit und Fitness vorstellen:

• Gesundheit ist das optimale Zusammenspiel aller Organe und Systeme im Körper.
• Fitness ist die Fähigkeit über einen längeren Zeitraum eine bestimmte (körperliche und / oder mentale) Leistung abzurufen.

Damit möchte ich gleich zu Beginn deutlich machen, dass Gesundheit und Fitness zwei ganz verschiedene Themen sind und nur bedingt miteinander zu tun haben. Du kannst gesund sein, ohne fit zu sein und du kannst krank werden durch (übertriebene) Fitness…


Der pH-Wert hat einen enormen Einfluss auf die Gesundheit. Diese Tatsache hat bereits Dr. Otto Warburg festgestellt und dafür den Nobelpreis für Medizin bekommen.

Den Einfluss auf die Gesundheit möchte ich an dieser Stelle jedoch vernachlässigen. Es gibt unzählige Beiträge, die den gesundheitlichen Nutzen eines basischen pH-Wertes beleuchten und beweisen.

Ich bin einen Schritt weiter gegangen und habe ausgeknobelt, in wie weit Kontrolle und Steigerung des pH-Wertes eine Kontrolle und Steigerung von Fitness und Leistungsfähigkeit nach sich zieht. Im Fokus standen dabei zwei Fragen:

1. Lassen sich mit einem hohen pH-Wert unbewusste Körperfunktionen beeinflussen

2. Wie kann man diesen gezielt abrufen und nutzen?

In diesem Blogbeitrag bekommst du einen Einblick in das Versuchslabor meines Körpers. Ich präsentiere dir nur Erfahrungen und Ergebnisse, die ich selbst ausprobiert und getestet habe.

Wie funktionieren Schmerzrezeptoren, und was ist Schmerz?

Um zu verstehen wie Schmerzrezeptoren funktionieren musst du etwas über die Rezeptoren erfahren, wie sie reagieren und welche Prozesse sie im Körper auslösen. Es gibt eine Familie von Rezeptoren, die man TRP Kanäle (transient receptor potential channels) nennt.
Wenn du mit einem Finger auf auf eine Tischplatte klopfst, fühlst du den Kontakt aber keinen Schmerz. Ist dein Finger jedoch entzündet, kann das Klopfen sehr schmerzhaft sein. Das liegt nicht daran, dass du mehr Schmerzrezeptoren hast, sondern daran, dass diese nun empfindlicher sind.

Wie werden Rezeptoren mehr oder weniger empfindlich?

Ein Faktor für eine höhere Schmerzempfindlichkeit ist das Zusammenspiel zwischen einem bestimmten Proteinkomplex und dem Säuregrad (pH-Wert) des Körpers. Sinkt der pH-Wert nimmt das Schmerzempfinden zu, steigt der pH-Wert nimmt es ab.

Beispiele für (gesunde) Schmerzen, die mit einem hohen pH-Wert beeinflusst werden können:

• Muskelschmerzen / Muskelkater. Freigesetzte Milchsäure während oder nach einer intensiven Trainingseinheit
• Kälteempfinden. Kälte ausgesetzt zu sein, zieht Schmerzen nach sich.
• Hitzeempfinden. Hitze ausgesetzt zu sein, zieht Schmerzen nach sich.

Abgesehen vom Schmerz lösen diese Rezeptoren eine starke Stressreaktion aus.

Durch gezielte Beeinflussung des pH-Werte auf einen Wert von 7.7 und höher werden Schmerz-
und Stressrezeptoren inaktiv. Wie das geht erfährst du im Folgenden Text:

Der ideale PH-Wert

Das Blut im menschlichen Organismus hat einen pH-Wert von 7,35 bis 7,45 – ist also leicht basisch. Dieser pH-Wert muss konstant eingehalten werden, damit der Körper optimal funktioniert. Liegt der pH-Wert tiefer, so spricht man von einer Azidose, liegt er höher, von einer Alkalose. Über das Blut gelangen saure Stoffwechselabfälle zu den Ausscheidungsorganen. Kohlensäure wird z.B. als Kohlendioxid über die Lungen abgeatmet. Andere Säuren werden über die Nieren eliminiert und mit dem Urin ausgeschieden. Dieser Prozess wird als Säure-Basen-Haushalt beschrieben.

Weil der pH-Wert des Blutes konstant gehalten werden muss, verfügt das Blut über sogenannte Puffersubstanzen. Diese setzen sich zusammen aus Kohlensäure-Hydrogencarbonat-Puffer: 53 % der Gesamtpufferkapazität des Blutes wird durch das Enzym Carboanhydratase katalysiert. Hämoglobin macht 35 % der Gesamtpufferkapazität des Blutes aus. Dabei wirkt das Hämoglobin als Puffer im Sauerstoffhaushalt. Proteinatpuffer: rund 7 % der Gesamtpufferkapazität des Blutes, so genannte Plasmaproteine und Phosphatpuffer: 5 % der Gesamtpufferkapazität des Blutes und intrazellulär von großer Bedeutung. (Vgl. auch Wikipedia)

Diese Puffersubstanzen bewirken, dass sich der PH-Wert des Blutes nicht sofort ändert, sobald Säuren ins Blut abgegeben werden. Mit Hilfe der Puffersubstanzen können Säuren ausgeglichen (neutralisiert) und der PH-Wert konstant gehalten werden.


Der Hypothalamus sorgt für einen konstanten pH-Wert von 7.4 im Blut. Kohlensäure wird z.B. über die Lunge als Kohlendioxid abgegeben.

Mein pH-Benchmark Selbsttest

Bis hierher hast du einen kleinen Einblick in die wissenschaftliche Seite bekommen. Wahrscheinlich hast du bereits davon gehört, dass ein saurer pH-Wert „nicht gut“ und ein basischer pH-Wert „gut“ ist.

Zwischen theoretischem Wissen und Bewusstsein, also ein Wissen, das in Fleisch und Blut übergegangen ist, fehlt den meisten Menschen die Erfahrung. Und genau diese Lücke habe ich versucht, in einem Selbstexperiment und der Auswertung in diesem Blogpost, für dich zu schließen.

Das Experiment:

  • Auf Amazon habe ich mir 2 Packungen pH-Teststreifen bestellt.
  • Ich habe 3 Tage Probemessungen von Urin und Speichel durchgeführt. Jeweils nach dem Aufstehen, nach dem Mittag essen und am Abend, um Zufallsergebnisse auszuschließen
  • Schließlich habe ich mit Techniken experimentiert, um meinen pH-Wert effizient und effektiv in den basischen Bereich zu führen.

Hinweis: Einmalige Messungen haben keinerlei Aussagekraft!
Am besten misst du anfangs mehrere (3-5) Tage und bei jedem Toilettengang den pH-Wert. Notiere das Ergebnis und die Uhrzeit. Mache dir Notizen über das, was du im laufe des Tages isst und trinkst. Ebenfalls solltest du dein Verhalten notieren. Also, ob du dich viel bewegt hast, Stress hattest oder sonstige Auffälligkeiten in deinem Alltag.

Mit pH Boosting in den Tag starten

Der pH-Wert direkt nah dem Aufstehen liefert das erste wichtige Messergebnis des Tages. Zuallererst habe ich die Abweichungen von Urin und Speichel dokumentiert. Später habe ich mich im Wesentlichen auf die Messungen des Urins beschränkt, da die Ergebnisse wesentlich krasser ausfielen, als beim Speicheltest. Im direkten Vergleich ist der Speichel etwas basischer und der Urin etwas saurer. Logisch, bringt der Urin ja die Ergebnisse der Nieren zu Tage und die haben über Nacht hart gearbeitet.

Die beiden Teststreifen im Bild, sind am Morgen direkt nach dem Aufstehen und der ersten Morgentoilette entstanden. Links Speicheltest (6,0 – 6,5), rechts Urintest (5,5 – 5,75).

Abb. 1: Der pH-Wert direkt nach dem Aufstehen ergab, jeden Tag eine ähnliches (saures) Bild.

Den pH-Wert steigern über Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme.

Die erste Frage, die ich mir gestellt habe, war: Wie komme ich am Morgen möglichst schnell und effektiv aus einem tief sauren, in einen normalen oder sogar basischen Bereich? Also von einem Wert um die 5 zu einem Wert über 7, und das in kürzester Zeit.
Der erste Test verlief über die Nahrungsaufnahme. Ich trank einfach einen halben Liter Wasser ohne Kohlensäure.

(Quelle: Wikipedia)
Abb. 2: Wasser ist mit einem pH-Wert von 7 Neutral.

Das Ergebnis war beeindruckend, denn bereits eine halbe Stunde später brachte der Urintest folgendes Ergebnis zu Tage:

Abb. 3: Der pH-Wert nach einem halben Liter Wasser.

Das eigentlich spannende war jedoch, dass nach einem halben Liter Wasser auch zwei Tassen Kaffee nichts am Ergebnis änderten. Der pH-Wert blieb klar im basischen Bereich von 7,25 – 7,5. Die erste Erkenntnis war also, dass offenbar die Reihenfolge der Flüssigkeitszufuhr gleich am Morgen einen Einfluss auf einen konstanten basischen pH-Wert hat.


Abb. 4: Der pH-Wert am Vormittag, nach zwei Tassen Espresso.

Atemtechniken und kalte Dusche.

Die nächste Überraschung bekam ich am nächsten Morgen. Die erste morgendliche Messung war ähnlich wie in Abb. 1. Die Frage an diesem Morgen war: Ist es tatsächlich möglich den pH-Wert ohne Nahrungsaufnahme, nur durch äußeren Einfluss zu verbessern?

Ich trank also kein Wasser, sondern machte gleich nach dem Aufstehen einige Yoga Pranayama Atemübungen. Bhastrika bzw. Kapalabhati (Gleichmäßiges tiefes Ein- und Ausatmen) mit anschließendem Kumbhaka (Atemstillstand nach letzter Ausatmung).
Die direkten Auswirkungen der Sauerstoffanreicherung durch die Atemtechniken habe ich nach jeweils 30 Atemzügen gemessen. Dazu habe ich die Zeit gestoppt, wie lange ich den Atem anhalten konnte.

Runde 1: 30 Atemzüge mit anschließendem Kumbhaka (Atemstillstand nach Ausatmung)

Runde 2: 30 Atemzüge mit anschließendem Kumbhaka (Atemstillstand nach Ausatmung)

Runde 3: 30 Atemzüge mit anschließendem Kumbhaka (Atemstillstand nach Ausatmung)

Direkt nach der letzten Zeitmessung habe ich mich, wie jeden Morgen, unter eine kalte Dusche gestellt und im Anschluss die zweite pH-Messung durchgeführt.

Das Ergebnis war phänomenal!

Neben dem Energieboost, den Atmung und kalte Dusche auslösen, hatte sich auch mein pH-Wert dramatisch in den positiven Bereich verändert. (Wohlgemerkt, auf nüchternen Magen!)

Abb. 5: Ganz links, die Testsstreifen von Speichel und Urin vor den Atemübungen und kalter Dusche und rechts danach.

Der pH-Wert im Extremtest

Mit zwei wirksamen und simplen Techniken ist es möglich den pH-Wert des Körpers wirksam zu steuern. Doch wie würde sich der Säure-Basen Haushalt unter Extrembedingungen verhalten? Um das herauszufinden führte ich pH-Messungen nach einem stressigen und arbeitsreichen Nachmittag und nach einem intensiven Krafttraining durch.

ph-Wert nach intensivem Krafttraining [Schmerz = sauer]


Nach intensiven körperlichen Belastungen fällt der pH-Wert zurück in den sauren Bereich.

pH-Wert nach 2 Stunden konzentrierter (Schreibtisch-) Arbeit [Stress = sauer]


Auch nach konzentrierter Arbeit kippt der pH-Wert in den sauren Bereich.

pH-Wert nach anschließender Schmerz / Stress Behandlung mit Atemtechniken und Wasser

Die körperlichen und mentalen Symptome eines sauren pH-Wertes zu lokalisieren und zu isolieren ist nach meiner Erfahrung nicht möglich. Was ich stattdessen getan habe ist, eine Erinnerungsfunktion in meinem Smartphone zu aktivieren, die mich jede Stunde daran erinnert, ein Glas Wasser zu trinken oder einige Male tief durchzuatmen.


Abb. 6: Mit zwei einfachen Methoden lässt sich der pH-Wert nach stressiger Arbeit oder schmerzhafter Trainingseinheit, relativ schnell wieder in den basischen Bereich führen.

Fazit

Das Säure-Basen Verhältnis deines Körpers ist eines der wichtigsten Benchmark für Gesundheit und Fitness. Mit einem basischen pH-Wert sorgst du nicht nur für die Erhaltung deiner Gesundheit, sondern bist zusätzlich in der Lage deine Schmerzrezeptoren zu beeinflussen, was deine Leistungsfähigkeit erhöht.

Du hast zwei wirkungsvolle und einfache Techniken kennengelernt, um deinen Körper in seinen Autofunktionen zu unterstützen. Diese Techniken sind 1. gratis und hast du 2. immer bei dir.

Grundsätzlich sind also weder Medikamente noch eine besondere Diät erforderlich, um den pH-Wert weitestgehend im basischen Bereich zu halten. Schwankungen, je nach Lebensumständen und Tageszeit sind normal und gesund.

Deine nächsten Schritte:

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2. Messe deinen persönlichen Säure-Basen-Status und überprüfe die beschriebenen Methoden mit deinen Erfahrungen. Geeignete Teststreifen erhältst du auf Amazon oder rezeptfrei in der Apotheke. Achte darauf, dass mindestens ein pH-Bereich von 5,6 bis 8,0 abgedeckt wird.

Dein Fan

Volker
Pics: Pexels & privat
Literaturhinweis: Die Kraft der Kälte – Wim Hof / Koen de Jong

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